Für Kreise und kreisfreie Städte schreibt das Landeskreislaufwirtschaftsgesetz NRW den Nachweis einer zehnjährigen Entsorgungssicherheit vor. Dies bezieht sich grundsätzlich auf alle Deponieklassen. Dafür sind ausreichende Kapazitäten für die Entsorgung nicht verwertbarer Abfälle erforderlich. Die Zentraldeponie Emscherbruch (ZDE) ist ein wichtiger Bestandteil dieser Entsorgungsinfrastruktur in der Metropole Ruhr, deren Kapazität allerdings in absehbarer Zeit erschöpft sein wird. Daher muss zeitnah eine alternative Entsorgungsmöglichkeit geschaffen werden, um einen Entsorgungsnotstand in der Region abzuwenden. Ein Entsorgungsnotstand würde nicht nur wichtige regionale Infrastrukturprojekte gefährden, wenn nicht mehr im erforderlichen Umfang Entsorgungskapazitäten auch für DK II- und DK III-Abfälle zur Verfügung gestellt werden könnten.
Darüber hinaus muss zusätzlich die Entsorgungssicherheit für die Hausmüllabfälle der Anwohner in der Region gewährleistet bleiben (HMVA-Aschen). Die Halde Hürfeld ist im Regionalplan Ruhr als potenzieller Deponiestandort berücksichtigt. Nach Bewertung der AGR bietet der Standort aufgrund seiner geografischen Lage, seiner Flächengeometrie und der geologischen Rahmenbedingungen grundsätzlich geeignete Voraussetzungen für die geplante Deponienutzung. Ob und unter welchen Voraussetzungen das Vorhaben genehmigt werden kann, wird im Planfeststellungsverfahren geprüft.
* Kreislaufwirtschaftsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen
Standortinformationen
STANDORT HÜRFELD
Die Halde Hürfeld liegt in Dorsten im Stadtteil Altendorf-Ulfkotte unweit von Dorsten an der Autobahn A 52.
Sie wurde ab 1989 von der Ruhrkohle AG (RAG) als Bergehalde für das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop genutzt.
Die Schüttung wird aufgrund des Auslaufens des heimischen Bergbaus nicht abgeschlossen. Auf der industriell vorgenutzten Fläche ist eine Nachnutzung als Deponie vorgesehen; ihre Zulässigkeit wird im Planfeststellungsverfahren geprüft.
Planfeststellungsverfahren
Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz bedürfen die Errichtung und der Betrieb von Deponien sowie die wesentliche Änderung einer solchen Anlage oder ihres Betriebes der Planfeststellung durch die zuständige Behörde.
Dem eigentlichen Planfeststellungsverfahren geht das sogenannte Scoping (engl. Sondierung) als unselbstständiges Vorverfahren voraus, um den (voraussichtlichen) Untersuchungsrahmen der Umweltverträglichkeitsuntersuchung festzulegen und die beteiligten Behörden zu unterrichten und einzubinden. Die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Vorbelastungsmessung sind Teile des Planfeststellungsverfahrens.
Bildmaterial
Bildmaterial zur Deponie Hürfeld
Planfeststellungsverfahren
Vorbelastungsmessung
Der für die geplante Deponie vorgesehene Bereich ist aufgrund der bergbaulichen Vornutzung durch anthropogene Substrate geprägt. Natürliche beziehungsweise geogene Bodenstrukturen sind dort nach den vorliegenden Untersuchungen nicht vorhanden.
Die Bergehalde besteht, abgesehen von vereinzelten Flotationsschlammlagen, aus Bergematerial. An den Außenböschungen ist, nach der Ablagerung des Bergematerials, Rekultivierungsboden aufgebracht worden.
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DH – Deponie Hürfeld
Marler Straße 181
46282 Dorsten
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