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DEPONIEGASNUTZUNG

Die Verringerung von Methanemissionen ist ein wichtiger Baustein internationaler Klimaschutzbemühungen. Bei der Weltklimakonferenz 2021 (COP26) verständigten sich zahlreiche Staaten darauf, die weltweiten Methanemissionen zu reduzieren. Doch welche Rolle spielen dabei eigentlich Deponien?


Das Wichtigste vorweg: Seit dem 1. Juni 2005 dürfen unbehandelte Siedlungsabfälle in Deutschland nicht mehr deponiert werden. Dadurch wurde die Ablagerung biologisch abbaubarer Bestandteile, aus denen in früheren Hausmülldeponien Deponiegas entsteht, erheblich eingeschränkt. Aber auf alten Hausmüll-Deponien, auf denen bis 2005 noch unbehandelter Siedlungsabfall deponiert wurde, entsteht durch Verfalls- und Zersetzungsprozesse bis heute das klimaschädliche Gas Methan (CH4), das bis zu 25-mal schädlicher als CO2 ist. Durch das Erfassen und Verwerten des Deponiegases wird verhindert, dass das darin enthaltene Methan unkontrolliert in die Atmosphäre gelangt. 

Auf allen ehemaligen Hausmülldeponien setzt AGR Techniken zur Verwertung von Methan ein. Das erfasste Deponiegas kann in Blockheizkraftwerken (BHKW) energetisch verwertet werden. Es wird durch ein aktives Entgasungssystem abgesaugt und anschließend verwertet. Dabei wird das im Deponiegas enthaltene Methan energetisch genutzt und Strom und Wärme erzeugt. Das Methan kann so nicht mehr in die Atmosphäre entweichen. Die energetische Verwertung des Deponiegases ermöglicht gleichzeitig die Erzeugung von Strom und Wärme.

Durch die Technik der AGR-Tochter LAMBDA kann auch Deponiegas mit einem geringen Methananteil genutzt werden, welches ansonsten abgefackelt werden müsste. So lässt sich auch aus stillgelegten Deponien in der Nachsorge noch Strom gewinnen.

Die Zentraldeponie Emscherbruch verfügt über ein „aktives“ Entgasungssystem und Einrichtungen zur Gaserfassung. Das Gaserfassungssystem besteht aus insgesamt 138 Gasbrunnen, 9 Gasdrainagen sowie 8 Gasunterstationen. Die Gasverdichterstation liegt im Südbereich der Deponie und besteht aus 3 Verdichtereinheiten. Für die Verwertung und Behandlung des Deponiegases stehen verschiedene Anlagen auf der Deponiegelände zur Verfügung. Im Südbereich sind vier Blockheizkraftwerke (BHKWs) mit einer Feuerungsleistung von insgesamt circa 1.700 kW installiert. Eine Hochtemperaturfackelanlage mit einer maximalen Feuerleistung fünf 5.000 kW dient als Ausfallanlage im Fall von Störungen und Wartungsarbeiten an den Blockheizkraftwerken. Im Nordbereich der Deponie gibt es zudem eine CHC-Anlage (Kohlenwasserstoff-Converter) mit einer Feuerungsleistung von maximal 1.000 kW. Im Jahr 2022 wurden 6,64 Mio. m³ Deponiegas abgesaugt und weitestgehend in den 4 BHKW´s verwertet. Die hierbei erzeugte elektrische Energie betrug 9.949.429 KWh. Dieses entspricht rechnerisch dem jährlichen Strombedarf von gut 2.500 Haushalten.

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